Die Geschichte der Gutenbergschule Darmstadt-Eberstadt
-
Die Gutenbergschule heute -
Der Schuleingang
Von der Georgenschule zur heutigen Gesamtschule
1880 begann die Schulgeschichte in Eberstadt mit der Umnutzung einer Scheune zur Georgenschule, die liebevoll auch „Zigarrenkist“ genannt wurde. Bereits 1886 wurde der Bau aufgestockt, im Keller entstand ein kleiner Turnsaal. Das Gebäude ist geprägt von einem schlichten Putzbau mit Satteldach sowie geometrischen Schmuckputzen an der Nordseite des heutigen Gebäudes C.
1902 folgte der Bau der Ernst-Ludwig-Schule durch das Kreisbauamt: ein solider Putz-Sandsteinbau mit Mittelrisalit, schiefergedeckten Walmdächern und einer Sandstein-Freitreppe. Heute ist es Gebäude B.
1907/08 entstand die Eleonorenschule — heute das Herz der Gutenbergschule — entworfen von den Architekten Georg Scherer und Georg Finke. Das dreigliedrige Gebäude mit Mansarddächern, Mittelturm mit welscher Haube und dekorativen Giebelfenstern galt als Musterschulbau seiner Zeit. Später wurde es in die Gutenbergschule integriert und bildet heute Gebäude A.
1970 wurden alle drei Schulgebäude zur heutigen Gutenbergschule zusammengeführt, um eine zentrale kooperative Gesamtschule zu bilden. Im Jahr 2000 kam mit dem F-Bau ein weiteres Gebäude hinzu. Heute werden mehr als 650 Schülerinnen und Schüler in den Räumen unterrichtet.
Architektur & Denkmalschutz
Der gesamte Gebäudekomplex auf der sogenannten „Schulinsel“ dokumentiert die Eberstädter Schulgeschichte und gilt als bedeutendes Beispiel kleinstädtischer Architektur aus den Jahren 1880 bis 1908. Die Außenanlage steht unter Denkmalschutz und ist Teil des Denkmalverzeichnisses des Landes Hessen.
Besonderes Merkmal: Die Gebäude präsentieren sich heute als einheitliches Ensemble mit ursprünglicher Einfriedung und teils modernisierten Rückwärtseingängen mit Stahl-Glas-Vordächern — besonders sichtbar am jüngsten Bauteil, dem F-Bau aus dem Jahr 2000.
Schule heute — moderne Bildungsstätte mit Tradition
Die Gutenbergschule ist eine kooperative Gesamtschule mit den Klassenstufen 5–10, in der die Schulzweige meist getrennt unterrichtet werden. Namensgeber ist Johannes Gutenberg, der bedeutende Buchdrucker aus Mainz (ca. 1399–1468).
Besondere Merkmale und Projekte
- Mitglied der „First Lego League“ und Teilnahme an deren Wettbewerben.
- Gefördert durch die Talent Company, seit 2019 als zentraler Ort der Studien-, Berufsorientierung und Digitalisierung, initiiert durch die Dotter-Stiftung mit modernster EDV-Technik.
- Seit 2010/11 als Modellschule für Kinderrechte im hessischen Netzwerk aktiv: mit Projekten wie Kinderrechtequiz, buddY-Programm und Auszeitraum.
- Ganzheitliches Bildungskonzept mit sozialem Lernen, zusätzlicher Nachmittagsbetreuung, Förderkursen, Sozialpraktikum und enger Berufsorientierung in Kooperation mit der mobilen Praxis.
Übersicht in Tabellenform
| Zeitraum | Entwicklungsphase | Wesentliche Merkmale |
|---|---|---|
| 1880 | Georgenschule (Umbau der Scheune) | „Zigarrenkist“, zweigeschossig, Turnsaal im Keller |
| 1902 | Ernst-Ludwig-Schule entstanden | Putz-Sandsteinbau mit Mittelrisalit |
| 1907–08 | Eleonorenschule (heute Teil des Gutenbergensembles) | Dreigegliedert mit Uhrturm, Mansarddächern |
| 1970 | Zusammenlegung zur Gutenbergschule | Einheitlicher Schulbetrieb aller Zweige |
| Seit 2010 | Modellschule für Kinderrechte | Bildungsprojekte mit Fokus auf Rechte & Demokratie |
| 2019 | Eröffnung der Talent Company und Digitalisierung | Berufsorientierung unter digitalem Fokus |
Fazit
Die Gutenbergschule in Eberstadt verbindet Tradition und Moderne: von historisch bedeutenden Schulgebäuden aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert bis hin zu zeitgemäßen Lernformaten. Als Teil des lokalen Denkmalschutzes ist sie ein lebendiges Beispiel schulischer Entwicklung in Darmstadt — und steht heute für gelebte Schulgeschichte, innovative Bildungskonzepte und eine vertrauensvolle Lernumgebung.